Kritik und Fakten

Was mit den Kleingärten wirklich passiert

Dass für die Julius-Vosseler Siedlung 35 Kleingärten umziehen müssen, hat bei den Betroffenen für Verunsicherung gesorgt. Das ist verständlich. Die Sorgen und Bedenken wurden von allen Beteiligten deshalb sehr ernst genommen: Fünf Jahre lang wurde nach der besten Lösung gesucht. Jetzt ist sie gefunden: Alle Pächter können in die unmittelbare Nachbarschaft umziehen und erhalten dort einen neue Kleingartenparzelle.

Erhalten die Kleingärtner Ersatzflächen?

Selbstverständlich! Jeder, der möchte, hat Anspruch auf eine Ersatzfläche in der Nachbarschaft: Im Zuge des Bauprojekts gibt die Baugenossenschaft dhu ihr Grundstück in der Hagenbeckstraße 100-112 frei. Dort weicht ein altes Wohnhaus (Foto) 14 neuen Kleingärten. Einen Steinwurf entfernt stellt die Vereinigung Eimsbütteler Gartenfreunde von 1919 e.V. Platz für mehr als 20 Ersatz-Parzellen zur Verfügung. Zusätzlich wird ein Grundstück an der Niendorfer Straße (Lokstedt/Niendorf) für die Entstehung von weiteren 20 neuen Kleingärten erschlossen.

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Verlieren die Kleingärtner im Ergebnis nicht wertvolle Grünflächen durch das Projekt?

Im Gegenteil: Der Wegfall der Kleingärten an der Julius-Vosseler-Straße wird durch mehrere Ersatzflächen kompensiert. Unterm Strich entstehen sogar mehr Fläche und mehr

 GesamtflächeParzellen
Bestehende Kleingartenflächen (Julius-Vosseler-Straße 106, 108 und Julius-Vosseler-Straße/Lenzweg)-15.700 m²-34
Neue Kleingartenflächen (Hagenbeckstraße 100-104, 106-112, Niendorfer Straße 99)+16.254 m²+54
Bilanz für die Kleingärten+554 m²+20

 

Verändern sich die Größen der Parzellen?

Die neuen Parzellen werden nicht nur den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, sondern auch dem Wunsch vieler Kleingärtner. Sie werden im Mittel eine Größe von ca. 300 Quadratmetern haben. Aus der Hamburger Kleingarten-Studie von 2015 geht hervor, dass sich die Anforderungen der immer jünger werdenden Kleingärtner verändert haben. Eine Mehrheit wünscht sich auch kleinere Grundstücke.

Müssen die Kleingärtner den Umzug selbst bezahlen?

Jeder der 34 Pächter erhält eine gesetzliche Entschädigung. Diese ist abhängig vom Zeitwert seiner Laube. Zusätzlich wird in dem Bereich, in dem neue Kleingartenflächen geschaffen werden, für eine zeitgemäße Infrastruktur gesorgt. Die Kosten hierfür übernehmen Stadt und Projektentwickler.

Ist es nicht ein Tabubruch ein Kleingarten-Gebiet zu bebauen?

Nein, in Hamburg wurden immer wieder Kleingärten in Baugrundstücke umgewidmet. Dies gilt auch für die unmittelbare Umgebung der Julius-Vosseler-Straße. So sind Teile der Lenzsiedlung in den 70er-Jahren ebenso auf Kleingartengelände errichtet worden wie der NDR und die Greve-Bauten am Hugh-Greene-Weg. Dass in unmittelbarer Nachbarschaft jedem Pächter eine neue Kleingartenparzelle angeboten werden kann, ist eine Besonderheit dieses Projekts.

Das sagt der Chef der Hamburger Kleingärtner zum Projekt:

Wie stehen Sie zu dem Bauvorhaben, Herr Sielmann?
Dirk Sielmann, Vorsitzender des Landesbunds der Gartenfreunde in Hamburg e.V.:

„Wenn Kleingärten weichen sollen, ist das für uns grundsätzlich ein Problem. Doch die schwierige Situation auf dem Wohnungsmarkt in Hamburg geht auch an uns nicht vorbei. Die Bezirksversammlung Eimsbüttel hat mit großer Mehrheit beschlossen, dass neuer Wohnraum auf den Kleingartenflächen geschaffen werden sollen. Wir haben aber – vor allem dank der Bereitschaft der Vereinigung Eimbütteler Gartenfreunde zur Schaffung von mindestens 20 neuen Parzellen auf ihrem Gelände – eine vernünftige Lösung für den Umzug gefunden.“

Was genau ist an dieser Lösung vernünftig?

„Alle Pächter können innerhalb eines Radius von 500 Metern eine neue Parzelle bekommen und bleiben damit zusammen. Das war uns wichtig. Über die zusätzliche Flächen freuen wir uns – das hilft uns in Zeiten großer Nachfrage.“

Wie werden Sie das Bauprojekt begleiten?

„Wir werden darauf achten, dass alle Verabredungen wie zugesagt umgesetzt werden. Das gilt vor allem für die Erschließung der neuen Flächen und die Zahlung der gesetzlich vorgesehenen Entschädigungen.“

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